4 Stufen zu mehr Handlungsschnelligkeit

Im Fußball wechseln die Handlungsmuster alle 4-6 Sekunden!

Das verdeutlicht, dass das Schnelligkeitstraining komplexer sein muss, als nur geradeaus Sprinten.

Der Begriff Agilität ist gleichzusetzen mit Handlungsschnelligkeit, bestehend aus:

  • Richtungsänderungen
  • Reaktion auf Sinneswahrnehmungen
  • multidirektionale Schnelligkeit (vor-, rück-, seitwärts)

Studien haben ergeben, dass im Basketball 30% laterale Bewegungen stattfinden, so daß das Training der unterschiedlichen Bewegungsrichtungen von entscheidender Bedeutung sind. Bewegungen und Richtungsänderungen, bei gleichzeitiger Kontrolle des Spielgerätes (Ball, Schläger) oder des Gegners (Zweikampf). Beim Tennisspiel muß der Spieler den Gegner beobachten, den Ball im Auge behalten, seine eigenen Bewegungen koordinieren, Schläger dosieren und einzelne Körperteile wahrnehmen (Hand am Griff).

Das Prinzip Qualität vor Quantität gilt auch hier. So ist es ratsam am Anfang einzelne Komponenten einzeln zu trainieren. Training der Abstoppbewegung oder eine stabile, leise Landung ist gleichzeitig auch Verletzungsprävention, da im Gegensatz zum Herz-Kreislaufsystem sich die Sehnen-Bandstrukturen nur sehr langsam adaptieren.

Daraus ergibt sich eine Hierarchie der Agilität

  • unterste Stufe – die lineare Schnelligkeit, bestehend aus Start, Beschleunigung und maximale Schnelligkeit
  • 2 Stufe ist das Training der Richtungswechsel Bewegungen (Beschleunigung – Stoppen und RIchtungswechsel)

Für die Qualität der multidirektionalen Geschwindigkeit ist die Start- oder Ausgangsposition (Powerposition) von entscheidender Bedeutung.

Studien haben ergeben, dass der Plyostep (das explosive zurückführen eines Beines aus der Powerposition) auf den ersten 5 Metern 5,3% schnellere Zeiten bringt (Frost 2003). Der wichtigste Punkt sind die visuellen und vestibulären (Gleichgewichtsfähigkeiten) Fähigkeiten.

Der Prozess der Handlungsschnelligkeit geschieht auf 2 Ebenen

  • Kognitive Ebene:
    Wahrnehmung – Reizleitung – Entscheidung – Handlungsplan aus Erfahrungen, Antizipation und Mustererkennung.
    Diese weichen Komponenten lassen sich nur sehr schwer trainieren, Life Kinetik und systematisches Training sei hier als Methode genannt.
  • Körperliche Ebene:
    Startposition – Beschleunigung - Abbremsen – RW Technik.

Maßgebend sind Körperpostion, individuelle Technik, Leistung im linearen und multidirektionalen Schnelligkeit und dem Kraftniveau!

2 x wöchentlich 15-20 Minuten Agilitätstraining bringt starke Fortschritte. Das Training sollte vielseitig, spaßorientiert, mit koordinativen und schnellen Bewegungen.

  • Schneller REAGIEREN (Wahrnehmung)
  • Schneller KOORDINIEREN (Aktionsschnelligkeit)
  • Schneller AGIEREN (Handlungsschnelligkeit)

Quelle: Leistungsreserve Athletiktraining Zawija Langhanteltraining Bonn, Michael Boyle Functional Training,